„Wildunger Donnerstag“ – ein wöchentlicher Aktionstag zur Belebung von Innenstadt und Altstadt
Von "Ideenfindung zum Stadtleben 2026 (BürgerBeteiligungsHaushalt)"
Zum Projekt
Beginnen wir mit einem Tag in der Woche – zum Beispiel dem „Wildunger Donnerstag“.
Viele Städte verfolgen inzwischen einen neuen Ansatz:
Nicht nur „Komm zum Einkaufen“, sondern „Komm, weil hier etwas Schönes passiert – und bleib ein bisschen.“ Wer gern länger in der Stadt bleibt, besucht vielleicht anschließend noch ein Geschäft, ein Café oder ein Restaurant. So können auch Einzelhandel und Gastronomie profitieren.
Die Idee für Bad Wildungen: Jeden Donnerstag passiert etwas.
Das muss kein großes Fest sein und auch nicht jede Woche dasselbe. Kleine Aktionen, besondere Erlebnisse und wechselnde Angebote könnten dafür sorgen, dass Einheimische, Gäste und Reha-Patienten neugierig werden und sagen: „Mal sehen, was heute in der Stadt los ist.“
Was könnte beim „Wildunger Donnerstag“ passieren?
Vieles, was in anderen europäischen Innenstädten bereits ausprobiert wird, könnte als Inspiration dienen. Nicht alles muss umgesetzt werden – die Vielfalt der Möglichkeiten ist entscheidend.
🎹 Klavier mitten in der Stadt
Ein wettergeschütztes öffentliches Klavier lädt dazu ein, spontan zu spielen. So entstehen überraschende kleine Konzerte.
🍽️ Lange Tafel in der Altstadt
Eine lange, schön gedeckte Tafel bringt Menschen zusammen. Essen wird mitgebracht oder bei den umliegenden Geschäften, Cafés und Restaurants gekauft.
🤍 Dinner in Weiß
Alle kommen weiß gekleidet zu einem gemeinsamen Picknick oder Abendessen. Schon das besondere Bild macht daraus ein Erlebnis.
🛋️ Altstadt-Wohnzimmer
Sofas, Sessel, Teppiche, Pflanzen und Lampen verwandeln einen Platz vorübergehend in ein großes Wohnzimmer mitten in der Stadt.
💃 Tanz unter freiem Himmel
Eine kleine Tanzfläche bietet Platz für Discofox, Swing, Salsa, Walzer oder andere Musikrichtungen.
🎧 Kopfhörer-Spaziergänge
Bei einem Rundgang werden Musik, Bewegung, Geschichten oder kleine Überraschungen an verschiedenen Stationen miteinander verbunden.
✨ Leuchtende Altstadt
Besondere Gebäude, Bäume oder Fassaden werden am Abend kunstvoll beleuchtet. Der gewöhnliche Stadtbummel wird zum Abendspaziergang mit Erlebnischarakter.
🎶 Überraschungskonzerte
Keine große Bühne, kein großes Festival: Für kurze Zeit erklingt Musik auf einem Balkon, in einem Innenhof oder vor einem Geschäft – später vielleicht an einer ganz anderen Stelle.
🌙 Weiße Nacht oder Lange Nacht der Innenstadt
An einzelnen Donnerstagen könnten Geschäfte länger öffnen. Musik, Licht, Gastronomie und kleine Aktionen verbinden Innenstadt und Altstadt.
🎨 „Probier etwas Neues“-Tag
Kostenlose kurze Schnupperangebote von vielleicht 10 oder 15 Minuten: malen, tanzen, fotografieren, Yoga kennenlernen, ein Instrument ausprobieren, basteln und vieles mehr.
🌸 Blumen- oder Pflanzenstraße auf Zeit
Viele Pflanzen, Blumen und zusätzliche Sitzgelegenheiten verwandeln für einige Zeit eine Straße und schaffen gleichzeitig ein schönes Fotomotiv.
💭 Wunschbaum oder Wunschwand
„Das wünsche ich mir für Bad Wildungen.“ Ideen werden gesammelt – und vielleicht lässt sich die eine oder andere davon tatsächlich verwirklichen.
🪑 Kleine Überraschungen auf Bänken
Eine kurze Geschichte, ein QR-Code mit Musik, eine Frage für ein Gespräch oder eine kleine Anregung wartet auf diejenigen, die dort Platz nehmen.
🔑 „Verborgene Orte“-Tag
Historische Keller, Innenhöfe oder andere Räume öffnen ihre Türen, die normalerweise nicht zugänglich sind. Gerade eine historische Altstadt bietet dafür viele Möglichkeiten.
👣 Erlebnisweg durch Innenstadt und Altstadt
Hören, fühlen, fotografieren, rätseln, ausprobieren und zwischendurch einkehren: Viele kleine Stationen verbinden sich zu einem gemeinsamen Stadterlebnis.
Und natürlich dürfen völlig neue Ideen dazukommen.
Wichtig wäre ein kurzer Dienstweg
Ein solcher Aktionstag funktioniert besonders gut, wenn Menschen unkompliziert mitmachen können.
Wer eine Idee hat, sollte nicht erst herausfinden müssen, welches Amt zuständig ist, welche Genehmigungen erforderlich sind und welche Formulare ausgefüllt werden müssen.
Dafür könnte es eine zentrale E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer geben:
„Ich habe eine Idee für Donnerstag.“
Für den ersten Kontakt reichen wenige Angaben:
Was möchte ich anbieten? Wo? Wann? Wie lange? Was brauche ich dafür?
Die zuständige Stelle klärt anschließend intern, was möglich und erforderlich ist.
Innerhalb einer festgelegten kurzen Frist – beispielsweise fünf Werktagen – sollte eine verständliche Antwort kommen:
Ja.
Ja, unter diesen Bedingungen.
oder
Leider nein, weil …
Falls eine Idee am gewünschten Standort nicht möglich ist, wäre es schön, gleich eine Alternative vorzuschlagen: „Dort geht es leider nicht – aber an diesem Platz wäre es möglich.“
So werden Menschen, Vereine, Künstler, Geschäfte und andere Ideengeber ermutigt, etwas auszuprobieren, statt durch komplizierte Zuständigkeiten abgeschreckt zu werden.
Klein anfangen und wachsen lassen
Der „Wildunger Donnerstag“ müsste nicht von Beginn an riesig sein. Einige wenige Aktionen reichen für den Start. Nach und nach zeigt sich, was besonders gut angenommen wird und welche neuen Ideen hinzukommen.
Vielleicht entwickelt sich daraus irgendwann ein Tag, bei dem Einheimische und Gäste ganz selbstverständlich wissen:
Donnerstag ist Wildunger Donnerstag – da schauen wir mal in der Stadt vorbei.
Das Ziel ist einfach:
Einen Grund zum Kommen, Bleiben und Wiederkommen schaffen.
