Ergänzung durch Frau Beutler, Leitung Kulturamt und Städtische Museen Bad Wildungen:
Obwohl es Selma Hammerschlag in jedem Falle verdient hätte, eine solche Auszeichnung zu erhalten, wird eine posthume Verleihung als nicht sinnvoll angesehen. Begründung: Zahlreiche Personen haben sich in der Vergangenheit verdient gemacht und derartige Leistungen erbracht, sodass sie als Ehrenbürger infrage kommen würden. Die Satzung zu ändern würde eine Welle an Anträgen auslösen, die alle einzeln geprüft werden müssten. Doch wem bringt es am Ende etwas? Die Verstorbenen erfahren nichts von ihrer Auszeichnung, die zu Lebzeiten sicher sinnvoll gewesen wäre, posthum aber eigentlich nur der Geschichtsschreibung etwas nützt. Ehrenbürgerschaften sollten deshalb mit weiser Voraussicht weiterhin nur zu Lebzeiten verliehen werden. So setzt eine Stadt ein starkes Zeichen, indem sie erkennt, welche Persönlichkeiten Herausragendes für die Gemeinschaft geleistet haben.
Im Falle Selma Hammerschlag ist es auf jeden Fall wichtig, an ihr Schicksal und Engagement zu erinnern und ihre Geschichte für die Öffentlichkeit lebendig zu erhalten. Dank Herrn Grötecke haben wir in unserem Stadtmuseum den Koffer, mit dem Selma Hammerschlag aus dem KZ nach Bad Wildungen zurückkehrte, auch hat er bereits wichtige Texte zu Selma Hammerschlag verfasst. Sie spielt in unserem Museum eine sehr wichtige Rolle und ihr Engagement und Wirken wird dort definitiv gewürdigt. Mit einem Titel, von dem sie nie etwas erfahren wird, wird man ihrem Erbe nicht gerecht. Zumal es ja leider nicht so war, dass Ehrenbürger bislang so gewürdigt wurden, wie es wahrscheinlich hätte sein müssen. Mit meinem Buch und der Ehrenbürgerwand im Stadtmuseum habe ich die Geschichten dieser Menschen zumindest überhaupt einmal sichtbar gemacht – bislang war es also nur ein Titel, der öffentlich so gut wie gar nicht wahrgenommen wurde.
Selma Hammerschlag posthum als Ehrenbürgerin der Stadt Bad Wildungen aufnehmen
Von "Ideenfindung zum Stadtleben 2024"
Zum Projekt
Als außerordentliche Leistung von Frau Hammerschlag halte ich, dass Sie angesichts eigener schlimmer Erfahrungen in ihre Heimatstadt Bad Wildungen zurückkehrte und sich für eine Gedenkstätte der im Holocaust ermordeten wildunger Juden einsetzte.
Vielen Dank auch an dieser Stelle an Herrn Grötecke für die Aufarbeitung der regionalen jüdischen Geschichte.
Siehe auch
https://www.synagoge-voehl.de/images/pdf/lk/wil/Hammerschlag_Selma_1898.pdf
Offizielle Updates
Letztes Update: 22. Jänner 2025
Veröffentlicht am 22. Jänner 2025
Vielen Dank für Ihre Idee.
Zur Würdigung der Familie Hammerschlag wurde vor langer Zeit bereits ein Weg in der Altstadt nach ihnen benannt. Dieser Weg mit Treppenanlage ist zwischen Poststraße und Jugendhaus zu finden.
Die Ehrenbürgerschaft wird in Bad Wildungen traditionell zu Lebzeiten verliehen. Die Stadtverordneten haben entschieden an dieser Tradition festzuhalten.
Veröffentlicht am 8. Jänner 2025
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