Nichtraucher-Schutz in der Gesundheitsstadt Bad Wildungen
Von "Ideenfindung zum Stadtleben 2026 (BürgerBeteiligungsHaushalt)"
Zum Projekt
Gerne würde ich an einer Kampagne (z. B. sehr viele Plakate in der Innenstadt, an Bushaltestellen, am Bahnhof und vor den Kliniken) mitwirken, die den Rauchern, die ihre Droge im öffentlichen Raum konsumieren und die Kippe danach oft achtlos einfach auf den Boden werfen, spiegeln, was sie da eigentlich tun.
Leider töteten ca. 140 Jahre Werbe-Propaganda sowie weit verbreiteter Konsum seit vielen Generationen in den Konsumenten das ethische Empfinden darüber ab, dass sie Nichtraucher, die ihnen nicht ausweichen können (z. B. an Bushaltestellen und vor Gebäude-Eingängen), dazu nötigen, ihr Gift mit zu konsumieren (in der Sucht und Selbstsucht fördernden Zigaretten-Werbung kommen keine Nichtraucher und keine Umwelt vor).
Besonders bizarr ist das ausgiebige Rauchen vor den Klinik-Eingängen, obwohl sämtliche in Bad Wildungen ansässigen Klinik-Betreiber auf ihren Websites betonen, dass ein striktes Rauchverbot auf dem gesamten Klinikgelände außer in gekennzeichneten Raucher-Bereichen herrsche. Leider setzen sie es nicht durch. Warum nicht?
Ebenso unverständlich ist für mich, dass Reha-Kliniken Raucher aufnehmen, aber nicht das Rauchen therapieren, sondern z. B. ein künstliches Hüftgelenk, während sich der Raucher weiterhin internistisch schwer schädigt (und Umstehende dazu).
Auf den Bürgersteigen vor den Kliniken, auf städtischem Grund, könnten Plakate helfen mit Slogans wie: "Rauchen kann eine geringe Selbstachtung nicht ersetzen." Oder: spielende Kinder und der Slogan "Wir haben ein Recht darauf, gesund aufzuwachsen." Oder: "Öffentliches Rauchen vergiftet Ihre Mitmenschen. Wollen Sie das?". Auf jedem Plakat steht: "Nutzen Sie die zahlreichen, niedrigschwelligen Angebote zur Überwindung Ihrer Sucht. Erarbeiten Sie Ihre unerfüllten Bedürfnisse mit therapeutischer Hilfe und entwickeln Sie eine wohlwollende, drogenfreie Selbstfürsorge. Info-Telefon 0800/......)".
Zu "packen" bekommt man die öffentlichen Raucher nur, indem man über ihr Gewissen an ihr basalstes Bedürfnis appelliert: dem nach Zugehörigkeit und Akzeptanz. Scham und Schuld gehören in die Täter; ihnen muss klar werden, dass sie nun als "Außenseiter" gelten, dass sie sich "asozial" verhalten, wenn sie Angebote zur Entgiftung und zur Therapie nicht nutzen und keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen.
Das alles klingt sehr hart (ich weiß, was Sucht ist). Aber das EU-Parlament und andere (Bundes)Länder entwickeln bzw. haben bereits einen gesetzlichen Rahmen zum umfassenden Nichtraucherschutz (z. B. Baden-Württemberg, Mexiko, Großbritannien), während es noch sehr lange dauern kann, bis auch in Hessen ein entsprechendes Gesetz gilt und auch durchgesetzt wird.
Ich möchte meine Rechtlosigkeit und Ohnmacht (und meine Übelkeit beim Einatmen von Rauch, Vapes und Cannabis) einfach nicht länger hinnehmen. Ich zahle knapp ein Viertel meines Einkommens für die Krankenversicherung und bin auch von daher interessiert, dass ein Paradigmen-Wechsel erfolgt von sehr teuerer Folge-Behandlung verteerter Lungen und verstopfter Arterien hin zu Zuwendung zur Überwindung von Sucht.
Falls die Stadt eine entsprechende Kampagne erwägt, bin ich gerne dabei!
